Frauen & Macht — Männer & Liebe

Mein Bild von Frauen
von Harald Martenstein aus ZEITgeschichte (Nr. 4, 2006)
Hirtengott Pan
Seit einiger Zeit besitze ich eine These. Mir ist aufgefallen, dass in Langzeitbeziehungen, in Ehen und Familien fast immer die Frauen die Macht besitzen. Man muss sich nur einmal mit Freunden über deren Eltern unterhalten. Es ist überall das Gleiche. Der Mann spricht seiner Frau Wort für Wort nach wie ein Papagei, der Mann zieht an, was die Frau ihm hinlegt, der Mann geht zum Doktor, ins Bett und zum Getränkemarkt, wann und wie sie es ihm befiehlt. Nach dreizig Jahren Zusammenleben mit einer Frau ist von den meisten Männern nur noch ein fremdgesteuertes Zellsystem ohne Eigenwillen übrig, ein intellektuell auf das absolut Lebensnotwendige reduziertes, wunsch- und temperamentloses, auch körperlich schlaffes Wesen, für welches ich die Arbeitsbezeichnung "Weinbergschnecke" vorschlage.
Dies hatte ich mehrfach geschrieben, weil ich eine gesellschaftliche Debatte anstoßen wollte. Mir ist natürlich klar, dass im öffentlichen Teil der Gesellschaft immer noch die Männer dominieren, dass es mehr Chefs gibt als Chefinnen und auch männliche Haustyrannen, dies alles ist mir bekannt. Trotzdem glaube ich, dass man über Männer und Frauen nur dann fair und wahrhaftig sprechen kann, wenn man auch das Massenphänomen Weinbergschnecke in die Überlegungen einbezieht beziehungsweise fragt, welche geheimnisvolle weibliche Kraft es vermag, Männer in Schnecken zu verwandeln. Die Gesellschaft hat ein Interesse daran. Denn diese Kraft, nennt sie, wenn es sein muss, meinetwegen Frauenpower, lässt sich vielleicht militärisch nutzen oder zur Energiegewinnung.
Aber die Frauen schweigen. Keine Antwort, obwohl es in fast jeder Kleinstadt Frauenbüros und Beauftragte für Gender Studies gibt. Auch im Internet habe ich nichts gefunden. Sich bei Frauenbeauftragten nach der Frauenpower zu erkundigen, das ist so, als klingele man an den Pforten des Vatikans und bitte darum, einen Blick in das Archiv der Inquisition werfen zu dürfen. Stattdessen erreichten mich mehr Briefe denn je, manchmal zittrig mit der Hand geschreiben oder auf Schreibmaschine, ausnahmslos von alten oder älteren Männern, welche darum baten, ihnen den Weinbergschneckentext postlagernd und in neutralem Umschlag zuzusenden. Sie würden üblicherweise nicht die ZEIT oder ZEIT-Hefte lesen, aber sie hätten davon gehört, dass in der ZEIT jemand eins zu eins ihre Lebensgeschichte erzählt. Der Text über die Frauenpower kursiert offenbar unter den älteren deutschen Männern wie einst die regimekritische Literatur in der Sowjetunion.
Die Macht der Frau ist als Thema tabu. Übrigens habe ich nichts gegen Emanzuipation, ich bin nur dafür, dass die alten Ehemänner auch ein Stückchen davon bekommen. Was aber die Karrieren von Frauen betrifft, besitze ich eine weitere These. Frauen chatten und simsen und telefonieren mit Freundinnen etwa viermal so viel wie Männer. Manche Frauen kommunizieren 16 Stunden am Tag zweckfrei. Wenn sich Frauen mehr um ihren Beruf kümmern würden und weniger darum, sich mit ihren Freundinnen stundenlang über die Männer zu unterhalten, gäbe es weitaus mehr Frauen in Führungspositionen. Dies nur als Tip.
zum Originaltitelzum Originaltext
Frauenpower?
Lieber Herr Martenstein, nachdem ich Ihren Artikel zu der Ausgabe "Frauen & Macht" der ZEITgeschichte (Nr. 4, 2006) gelesen hatte, kamen mir die Tränen vor Lachen - aber vor Weinen auch. Wir Frauen wären schon bereit etwas von den Geheimnissen zu unserer Urkraft preiszugeben, wenn Sie versprechen, es nicht militärisch oder zur Energiegewinnung zu nutzen. Es ist nämlich einfach die Kraft für das Leben.
Die Vorstellung von der Weinbergschnecke am Gängelband fand ich wirklich ulkig und tragisch zu gleich. Denn, was machen wir da mit uns in diesem wertvollen Leben?
  • Rein empirisch kann ich Ihnen zunächst mitteilen, dass dieses Phänomen der häuslichen Hilflosigkeit nicht auf Männer beschränkt ist.
  • Ich war als Frau auch ein paar Jahre auf einem männlichen Karrieretrip und hatte die Macht über meine Emotionalität und die einfachen Dinge des Lebens zu Hause an meinen damaligen Ehemann an der Garderobe abgegeben.
  • Daraufhin war ich in diesen Bereichen auch hilflos wie ein Käfer auf dem Rücken strampelnd geworden.
  • Also Fazit Nr. 1: es handelt sich um eine bewusste oder auch unbewusste Machtabgabe bei den Männern im häuslichen Bereich und bei den Frauen im Beruf.
  • Ein Mann der sich im häuslichen mit einbringt hat es meiner Meinung nach einfacher in der Familie zum Ziel zu kommen, als eine Frau im offiziellen Berufsleben, da sie gegen ein ganzes Netz kollektiver Bewußtseinsenergien ankämpfen muss.
  • Leider wirklich kämpfen, so dass sie nur als aggressiver Krieger überhaupt in verantwortungstragende Positionen kommen kann.
  • Und das ist so schade, weil sie ja gerade dann die weiblichen Werte nicht mehr einbringt.
Die Frauen sind über den Uterus mit der Kraft der Erde verbunden und über das Fließen der Gefühle mit der Liebesenergie der Göttin, wenn Sie so wollen. Das ist die Stärke.
Ich möchte zum Verständnis der Wertverteilung von meiner Home-Page als Heilerin zitieren:
Worin besteht der WERT eines Menschen?
Zum Abschluß möchte ich noch bemerken, dass ich keine Weinbergschnecke als Partner möchte aber auch nicht noch einmal eine Käferrolle übernehmen will. Wenn wir die Macht etwas besser verteilen und die zugehörige Verantwortung, sollten wir doch zum Ziel kommen.
 
UND hier kommt meine Frage an Sie als Mann:
Am Wochenende hatte ich Gespräche mit einer sehr erdverbundenen Schamanin (Ulrike Weiland E-Mail senden http://www.der-lebenstanz.de). Wir kamen dahin, dass die Frauen eben wegen der Erdverbundenheit es schaffen Erwachsen zu werden, also eine lebensbejahende Weisheit zu entwickeln trotzdem sie im offiziellen Leben unterdrückt sind ...
... bis auf die, die sich selbst in Barbie-Puppenformat zusammenpressen, um den Männern zu gefallen.
  • Die Männer sind irgendwo zerrissen und pendeln zwischen Matcho- und Kleinkindbenehmen hin und her.
  • Sie sind da nicht bei sich.
  • Die Männlichkeit ist gar nicht entwickelt.
  • Deshalb haben sie Angst vor starken Frauen.
  • Wer hat die Männlichkeit verletzt?
  • Waren sie es selbst in den letzten beiden Kriegen?
  • Waren wir es im Matriachat?
ES ist Zeit diese Risse zu heilen.
Ich würde mich sehr über einen Kommentar hierzu von Ihnen freuen!
 

Beste Grüße
Dr. Christina Müller
Hortensienstr. 20A, 12203 Berlin
E-Mail: Christinamueller12@web.de

 
Weinbergschnecke oder Stacheligel?
Zum oben erwähnten traurigen Bild der Weinbergschnecke als Resultat einer unbalancierten Beziehung gibt es noch ein - leider nicht weniger trauriges - Pendent in Form eines Stacheligels.
Dieses kommt folgendermaßen zustande:
  • Wie bei der Weinbergschnecke erteilt die Frau dem Mann Ratschläge oder Befehle über das, was ihm Ihrer Meinung nach gut tun würde zu befolgen.
  • Die Weinbergschnecke tut alles unbesehen.
  • Der Stacheligel tut das Gegenteil - aus purem Trotz zumeist.
  • Hiervon gibt es noch die Ausgabe "Nuss", wo das männliche Individuum sich nur verschalt und gar nichts tut.
  • In allen drei Fällen hat er nicht nachgespürt, was ihm tatsächlich gut tun würde.
Vorschlag:
  • Wie wäre es, wenn der so geplagte Mann die Verantwortung für sich übernimmt und von Fall zu Fall überlegt, was passt?
  • Wie wäre es weiterhin, wenn die Frauen die Männlichkeit und die Göttlichkeit des Mannes besser ehren würden und ihn nicht zum Ersatzkind degradieren würden?
... dann könnten sich wohlmöglich die Partner wieder attraktiv finden .
 
NATASCHA KAMPUSCH UND DIE ZEICHEN DER ZEIT
... Die männliche Kraft kann mit seiner Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit nicht umgehen. Liebe und Geborgenheit kann im Urgrund, der weiblich geprägt ist, gefunden werden. Genau diese weibliche Urkraft allerdings wird durch die männliche Kraft unterdrückt. ...
zum kompletten Schriftstück (pdf 80 KB)
oder hier: http://www.antasira.co.at/zeichen_der_zeit/news.htm
 
zum Seitenanfang
lodernde Flamme Brandenburger Tor  

Die Kraft des Seelenlichtes - Unser Weg zur neuen Erde

Letzte Aktualisierung: 2009-02-09
WebDesign TOP-HP